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Unkraut und Mensch

 

 

 

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Winteräpfel

 

 

 

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Herzbaumhaus

 

 

 

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Birkengrün

 

 

 

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Janusauto

 

 

 

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Faschingsimpressionen

 

 

 

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Leben und Tod (Mörike)

Sucht das Leben wohl den Tod?
Oder sucht der Tod das Leben?
Können Morgenröte und das Abendrot
Sich auf halbem Weg die Hände geben?

Die stille Nacht tritt mitten ein,
Die sich der Liebenden erbarme!
Sie winkt: es flüstert: “Amen!” – Mein und dein!
Da fallen sie sich zitternd in die Arme.

Draußen ist es kalt.
Manchmal stehe ich allein im Dunkeln.
Manchmal liege ich wie eine Insel im kalten Meer und zittere und erschauere.
Baldvin, der Britenkönig, hatte recht: ich habe nicht auf meine Engel achtgegeben.
Sie sind seit langem auf die Erde gefallen und wandern mit gestutzten Flügeln durch die Korridore in diesem geheimnisvollen Haus, in dem die Tage hineingleiten in eine langsame Leere nach alledem, was verschwunden, verbrannt und verloren ist.

Draußen ist es kalt.
Weiße Wellenkämme wogen auf dem Meer, das jetzt schwarz und aufgewühlt ist wie das Dunkel draußen im Weltraum. Die Lichter oben auf Akranes glitzern wie eine goldene Stadt in der Ferne, doch die Stadt rast Höhen und Hügel hinauf und hinab, wie ein Elektriker, der mit seiner Lampe herumfuchtelt.
Kalt ist die Leere draußen im Weltraum, kalt die Lichter auf dem Korridor und die Augen der Frau im Guckloch, kalt die Pillen auf dem Tablett. Jetzt starren die Sterne auf die Anstalt, und dunkel ist die Einsamkeit der Sunde.

Vielleicht würde Chagall Kühe fliegen sehen, stünde er hier am Fenster, wo ich jetzt stehe und hinaussehe, auf die aufgewühlten Wellen und das schwarze Meer.
Manchmal höre ich die Violinen der Welt.
Manchmal sehe ich schneeweiße Berge daherstampfen.
Einmal sah ich hier Hexen auf Besen herumschweben, aber da war Silvester, und die Leute schossen Raketen.

Ich klettere auf die Spitze und streife die Sterne mit den Fingern. Ich nehme die Wolken und wickle sie wie einen Schal um den Hals. Ich fliege mit den Vögeln und verschwinde wie ein Wal in der Tiefe.
Ich versuche mir die Pinselstriche zu erklären: wie die Zeit gezeichnet ist, wie das Leben gefärbt, wer der Meister ist hinter diesem merkwürdigen Werk.
Ich betrachte die großen Hochebenen, sehe das schwarze Meer, das Dunkel, die Kälte und die Lichter. jetzt bin ich in dem Schloß, das Bergstein gemalt hat, als die Sonne schien, innerhalb des Kreises, hinter dem Dunkel in den Fenstern, jenseits der Pinselstriche.

ostwestküsse

es war die zeit der sixties,
a hard days night wurde überall
im radio gespielt, selbst dort,
tief im einst so weit entfernten osten,
und auch das himmlische light my fire,
obwohl nur die doors of perception offen standen,
nicht so aber die pforten zwischen den beiden
teilen deutschlands, als wir uns auf einer
freibadwiese im erzgebirge heimlich trafen,
um endlich einmal für uns zu sein,
ohne diese nervtötenden überwachungsblicke
der erwachsenen als zentnerschwere last zu spüren,
wir, die beiden verliebten jugendlichen,
und endlich zu schmusen, was das zeugs hielt,
den ganzen nachmittag über,
bis jenseits des sonnenuntergangs,
den es gottlob auch dort drüben gab,
du meine ostliebe und ich,
dein schulferienfreund für insgesamt
nur ein paar wenige lebenswochen.

was du wohl nun gerade so tun wirst?,
jetzt, da ich mal wieder an dich denke,
in einem café sitzend, mitten im hier und jetzt,
mit papier und bleistift direkt vor mir?, nun,
da auch du bereits den großteil deines lebens
verbra(u)cht hast, mit wem auch immer, egal,
ob du wohl auch ab und zu mal noch an mich denkst?
wo wirst du dann wohl sitzen, stehen, liegen?,
vielleicht wohnst du ja sogar in meiner nähe,
sozusagen fast um die ecke, das wäre was!,
ohne dass ich davon auch nur die leiseste
ahnung hatte bisher, seit jahren trennen ja
keine mauermäßigen stacheldrahtgrenzen
den tiefen osten vom tiefen westen mehr,
deinen namen habe ich vergessen, leider,
kannst du dich denn an meinen noch erinnern?,
wohl kaum nach fast einem halben jahrhundert,
aber deine beeindruckenden küsse von damals,
die kann ich auch heute ab und zu
auf meinen lippen noch schmecken.

 

 

 

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Eiszapfen

 

 

 

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